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Jung, Bettina:

Der Einfluss von Störungen im sprachlichen Bedeutungserwerb auf die Entwicklung mathematischer Konzepte

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http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:rt2-opus-544
URL: http://opus.bsz-bw.de/hsrt/volltexte/2009/54/
Institut: Fakultät für Sonderpädagogik
Dokumentart: Studienarbeit
Sprache: Deutsch
Erstellungsjahr: 2009
Publikationsdatum: 21.07.2009
Kurze Inhaltszusammenfassung auf  Die Ursachen für Schwierigkeiten beim Rechnen sind vielfältig. Da die Verarbeitung von Zahlen und Operationen auch sprachliche Anteile beinhaltet,
liegt es nahe, dass auch Störungen in der Sprachverarbeitung Rechenschwierigkeiten bedingen können.
In dieser Arbeit soll die Frage erörtert werden, inwieweit sich Störungen im
Spracherwerb auf die Entwicklung mathematischer Konzepte bzw. auf die
Rechenfähigkeiten auswirken können und wie die spezifischen Schwierigkeiten
spracherwerbsgestörter Kinder beim Zählen und Rechnen aussehen.
Daraus sollen mögliche Förderziele abgeleitet werden.
In der Literatur, zum Beispiel Nolte (2000) und Donczik (2001), wurden bisher
vor allem die Auswirkungen von auditiven Wahrnehmungsstörungen auf
Rechenfertigkeiten beschrieben. In dieser Arbeit geht es speziell um die
Frage, wie sich Störungen im Bedeutungserwerb auf die arithmetischen Fähigkeiten
auswirken. Schon der Begriff „Zahlbegriffserwerb“ macht deutlich,
dass es sich beim Erwerb des Verständnisses für Zahlen um einen begriffsbildenden Prozess handelt. Die Zahl „7“ ist ebenso ein Begriff wie Auto oder Hund. Die Zahl trägt Bedeutung und vernetzt sich dadurch zu anderen Zahlen,
indem sie Größe oder Teil einer Menge sein kann.
Sprache dient zur Erkenntnisgewinnung. Damit hängen die kommunikative
und kognitive Funktion von Sprache eng miteinander zusammen (vgl.
Schmitman, 2007, S.79). Von Aster (2005) schreibt, dass es Naturvölker
gibt, die größere Mengen nicht feststellen und auch keine Operationen
durchführen können, weil nur die Zahlwörter eins bis fünf existieren. Dies
zeigt, wie eng sprachliche Vorgänge mit kognitiven Verständnissen bzw. Erkenntnissen zusammenhängen und dass Sprache Denken beeinflusst. Zahlensprachen
sind Grundlage für den Umgang mit größeren Zahlen und für das Erlernen höherer Mathematik (vgl. von Aster 2005, S.20).
Diese verschiedenen Analogien zwischen sprachlichem und mathematischem
Bedeutungserwerb möchte ich nutzen, um die möglichen Auswirkungen
einer semantischen Störung auf den Zahlbegriffserwerb zu beschreiben.
Aber auch in Bezug auf auditive Wahrnehmungsstörungen sollen Rechenschwierigkeiten erklärt werden. Hier lautet mein Ansatz, dass Störungen im
Bereich des Aufnehmens bzw. Verstehens von Sprache letztlich auch zu
Einschränkungen im sprachlichen Bedeutungserwerb führen. Insofern wird
meine Argumentation auch auf auditive Wahrnehmungsstörungen und ihre
Auswirkungen auf den mathematischen Bedeutungserwerb anzuwenden
sein.
Kontrollierte Schlagwörter (Deutsch): Spracherwerb , Mathematikunterricht , Zahlbegriff , Rechenschwäche , Sonderpädagogik
Freie Schlagwörter (Deutsch): mathematischer Spracherwerb
DDC-Sachgruppe: Erziehung, Schul- und Bildungswesen
Lizenz: Veröffentlichungsvertrag mit Print-on-Demand (PH Ludwigsburg)