MSH Medical School Hamburg Publication Server
Volltext-Downloads (blau) und Frontdoor-Views (grau)
  • search hit 1 of 1
Back to Result List

Intersektional sensible Kunsttherapie: Ansätze für soziale Gerechtigkeit im internationalen Diskurs und Privilegienbewusstsein von Kunsttherapeut*innen im deutschsprachigen Raum

  • Ziel vorliegender Masterarbeit ist es, theoretisch und empirisch zu betrachten, wie intersektionale Sensibilität von Kunsttherapeut*innen gestärkt werden kann. Im Theorie-Anteil werden diverse Aspekte einer Ausrichtung auf soziale Gerechtigkeit erörtert. Zentrale Voraussetzungen werden dargelegt, wie Qualität und Zugänglichkeit von Unterstützungsangeboten für Nutzende verbessert werden können. Hierzu zählt, dass Kunsttherapeut*innen sich ein tiefgehendes Verständnis für gesellschaftliche Machtstrukturen erarbeiten, ihre eigenen sozialen Positioniertheiten und Privilegien reflektieren und eigene Diskriminierung-reproduzierende Anteile sowie jene im kunsttherapeutischen Wissens- und Methodenfundus ergründen. Der Empirie-Anteil umfasst eine quantitative Untersuchung in Rekurs auf Krammer et al. (2024). An einer Online-Umfrage nahmen 144 (angehende) Kunsttherapeut*innen im deutschsprachigen Raum teil. Neben soziodemografischen Daten wurde erhoben, inwiefern Privilegierung und Diskriminierung als therapierelevante Faktoren im Studium thematisiert werden. Mittels der adapted Awareness of Privilege and Oppression Scale-2 wurde das Privilegienbewusstsein bezüglich Rassismus, Klassismus und Heterosexismus erhoben (Krammer et al., 2024). Ob von Marginalisierung betroffene Personen über ein höheres Privilegienbewusstsein verfügen, wurde mittels linearer Regression geprüft, kontrolliert für Alter. Die Ergebnisse zeigen: Die Themen werden in den Studiengängen mehrheitlich nicht behandelt. Lediglich 34.7 % der Teilnehmenden bestätigten für Diskriminierung eine Thematisierung, deutlich seltener für Privilegierung. Eine Mehrheit von 64.6 % fühlt sich eher nichtbis überhaupt nicht auf den Umgang mit Diskriminierungserfahrungen von Patient*innen vorbereitet. Das Privilegienbewusstsein ist bei Personen statistisch signifikant höher, welche einer marginalisierten Gruppe angehören (B = .397, ß = .263, 95%-KI: .160–.634, p = .001). Die Befunde bestätigen jene aus der Referenzstudie. Aus den Betrachtungen im Theorie- und Empirie-Anteil wird ein Bedarf abgeleitet, in kunsttherapeutischen Bildungsgängen gesellschaftliche Machtverhältnisse und ihren Einfluss auf Therapie-Prozesse stärker in den Fokus zu setzen.

Download full text files

  • Aus urheberrechtlichen Gründen wurde der Anhang F der Arbeit vor der Veröffentlichung entfernt

Export metadata

Additional Services

Search Google Scholar

Statistics

frontdoor_oas
Metadaten
Author: Johanna Henschelmann
URN:urn:nbn:de:gbv:2915-opus-11863
Place of publication:Hamburg
Referee:Prof. Dr. phil. Kerstin Schoch, Prof. Dr. Heidi Salaverria
Document Type:Master's Thesis
Language:German
Date of Publication (online):2026/04/27
Date of first Publication:2025/07/29
Publishing Institution:MSH Medical School Hamburg
Granting Institution:MSH Medical School Hamburg
Date of final exam:2025/07/29
Release Date:2026/04/27
GND Keyword:Kunsttherapie; Soziale Gerechtigkeit; Privileg
Page Number:LXV, 92 Seiten
Degree Course:Fakultät Art, Health and Social Science / Department Kunst, Gesellschaft und Gesundheit / Intermediale Kunsttherapie (M.A.)
DDC classes:600 Technik, Medizin, angewandte Wissenschaften / 610 Medizin, Gesundheit / 615 Pharmakologie, Therapeutik
Methods:Quantitative Methoden / Standardisierte (Online-) Befragung
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International